TAN-DEM

    TAN-DEM

    Projekt TAN-DEM

    Das Ittiger Projekt TAN-DEM bietet Gelegenheit für persönliche Begeg­nungen. Ein TAN-DEM (andernorts auch Deutsch-Tandem, Beziehungs- oder Integrations-Tandem genannt) meint einfach eine Zweierschaft zwischen einem Asylsuchenden aus Ittigen und einer einheimischen Person.

    Im Vordergrund steht die Deutsch-Konversation, dazu kommen Alltagsfragen aufgrund der kulturellen Unterschiede der beiden Partner. Weitere Auskünfte zum Projekt unter tandem@bluewin.ch oder bei Arnold Scheuing.

    Hinweise für Partner DEM ("Schweizer")

    Die Asylsuchenden werden im Folgenden "Partner TAN",die Begleiterinnen resp. Begleiter "Partner DEM" genannt. Zusammen bidlen sie das TAN-DEM :-)  

    1. Grundhaltung

     Wir fühlen uns der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verpflichtet und wahren die Würde aller Menschen.    In Koordination mit der Gemeinde Ittigen und den Landeskirchen in Ittigen wollen wir diese meist traumatisierten und seelisch leidenden Menschen nicht alleine lassen, sondern ihnen wertschätzend begegnen und mit ihnen ins Gespräch kommen.    Wir sehen die Integration der Asylsuchenden als ein gesellschaftliches Anliegen, zu dem auch wir Schweizer etwas beitragen können und müssen.    Im Rahmen unserer Möglichkeiten tragen wir dazu bei, dass die in Ittigen wohnhaften Asylsuchenden ihre Kompetenzen und Potenziale in unserer Gesellschaft zur Entfaltung bringen können.

    2. Der Partner TAN (Asylsuchender)

    • lernt das Leben in Ittigen in privater wie in öffentlicher Hinsicht kennen und damit umgehen,
    • ist auf dem Weg in eine neue Selbständigkeit,
    • weiss, wo er Unterstützung holen kann, wenn er an Grenzen stösst.

    Ideenliste

    1. Gespräche führen – Deutsch sprechen

    • Sprachvermögen als Schlüsselfaktor für alle Integrationsprozesse erkennen und die nötige Geduld aufbringen, soweit möglich Deutsch zu sprechen
    • Spracherwerbsbemühungen anerkennen und unterstützen 

    2. Bei alltäglichen Dingen unterstützen (langsam ein „Netzwerk“ aufbauen)

    • Welche Sportvereine gibt es?
    • Wo kaufe ich günstig ein?
    • Was für Möglichkeiten gibt es für Kinder?
    • Wo erhalte ich Informationen über kulturelle und gesellschaftliche Anlässe?

    3. Auf Wunsch zu Terminen und Angeboten begleiten (Hemmschwellen überwinden)

    • Arzttermine
    • Regionale Treffen
    • Kontakte zur Flüchtlingshilfe Schweiz (FHS), der Heilsarmee Flüchtlingshilfe (HAF), der Caritas oder der Gemeinde Ittigen

    4. Bei Arbeitssuche unterstützen

    • Persönliche Talente erkennen / heraushören
    • Bei Bewerbung unterstützen
    • Eigene Anstrengungen der Asylsuchenden zur Arbeitssuche fördern

    5. Die Schweizer Kultur bewusst machen

    • Umgangsformen, Verhaltenskodex erklären
    • Was ist im Kontakt mit Schweizern zu beachten (Grüssen, Small Talk, Fragen, Loben und Kritisieren, Bewerben, …)

    6. An geeigneten Unternehmungen teilnehmen lassen

    • Spaziergänge, Wanderungen, Sport
    • Besuch von (Sport-)Veranstaltungen
    • Ausgang im Freundeskreis

    7. Erfahrungen mit interkulturellen Konfliktsituationen

    • Begegnung mit Vorurteilen und Stereotypen, Diskriminierung,
    • Erfahrungen von Rassismus gemeinsam verarbeiten

    8. Auf dem Weg in die Selbständigkeit unterstützen

    • Gespräche mit Vermieter trainieren und begleiten
    • Einzug in eine Wohnung begleiten
    • Verhalten in einem Mehrfamilienhaus erklären

    … Seien Sie selbst kreativ! Sie werden rasch merken, was Ihren Partner TAN am meisten beschäftigt, was ihn zum Lachen bringt, wo er an eigene Erfahrungen anknüpfen kann und wo er Neuland betritt. Bringen Sie Humor mit und sehen Sie selbst, wie einfach es ist, Beziehung zu Menschen aus anderen Kulturen und Traditionen herzustellen. Lassen Sie sich von diesen freundlichen und lernbereiten Menschen überraschen.  

    “People don't care how much you know, until they know how much you care” (Theodore Roosevelt)