News-Einzelansicht

    News-Einzelansicht

    Monatswort

    «Suche Frieden und jage ihm nach!» (Jahreslosung 2019 aus Psalm 34,15)

    Beim Nachdenken über diesen Satz sind mir bald die Weisen aus dem Morgenland in den Sinn gekommen. Sie sehen den Stern des neugeborenen Königs der Juden und brechen auf, diesen König zu suchen und anzubeten. Nach langer Reise finden sie das Christuskind nicht am mächtigen Königshof des Herodes in Jerusalem, sondern in einfachsten Verhältnissen in Bethlehem. Da fallen sie auf ihre Knie, öffnen ihre Schatztruhen und schenken Gold, Weihrauch und Myrrhe (vgl. Matthäus 2, 1–12).

    Diese Geschichte kann zum Gleichnis für unsere eigene Suche nach Gott und dem Sinn des Lebens werden; die Weisen inspirieren uns zu einem Leben im Sinn der Jahreslosung. Ihr tiefes Verlangen nach Frieden lässt sie Ausschau halten und den Himmel beobachten. Sie verfolgen den Stern, überwinden Widerstände, nehmen Kälte und Hitze in Kauf, machen Umwege und können dann das Wunder staunend annehmen: So also wird Gott Mensch für uns; dies ist sein Weg, Liebe und Frieden in unsere Herzen und in die Welt zu bringen. Einem solchen Gott schenken die Weisen all ihre Kostbarkeiten gern. Die Weisen treten die Rückreise in ihre Heimat trotzdem nicht ärmer, sondern reicher an. In ihrem Herzen tragen sie den Schatz der Christus-Liebe. Sie sind froh, weil sie ahnen: Auch in ihnen will Gott Mensch werden.

    Mit Blick auf Jesus Christus sollen auch wir den Frieden suchen und ihm nachjagen. Indem wir unsere Sehnsucht nach Frieden nicht zudecken lassen, sondern wahrnehmen. Indem wir aufbrechen und auf dem Weg sind. Indem wir Gott auch unter schwierigen Bedingungen suchen, und indem wir uns mit unserem ganzen Sein an ihn hingeben.

    Möge in diesem neuen Jahr Gottes Frieden und Liebe weiter wachsen in und durch uns.

    Hanspeter Meier, Pfr.