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    Musik Special

    Einblick in die musikalische Welt unserer Kirchgemeinde

    Der Psalmbeter von Psalm 150 hätte Freude an unserer Kirchgemeinde. «Lobt Gott mit Hörnerschall, lobt ihn mit Harfe und Leier, … mit Trommel, … mit Saiten und Flöte, mit klingenden Zimbeln. Alles, was Atem hat, lobe den Herrn» (Ps 150,3–6) schreibt er und genau das tun wir oft und gerne. Neben drei im Bereich Kirchenmusik angestellten Mitarbeitern sind zahlreiche Freiwillige in Bands und kleineren und grösseren Ensembles im Einsatz und bereichern unsere Gottesdienste oder stellen tolle Projekte auf die Beine. Das musikalische Repertoire reicht von klassisch über Jazz, von volkstümlich zu Worship, ruhig und meditativ oder laut und mitreissend. In dieser MENU-Ausgabe bekommen Sie einen Einblick in die musikalische Welt unserer Kirchgemeinde. Reinhören lohnt sich: sei es bei einem Gottesdienst, einem Konzert (wenn diese wieder möglich sind), in der aktuellen Mitenang-CD oder über unseren Youtube-Kanal (Suchbegriff: Refittigen).

    Yvonne Szedlàk-Michel

     

    Haben Sie gewusst, dass wir Ittiger unsere eigene Nachwuchsabteilung haben? Sie heisst nicht «U15» und spielt auch nicht in der Elite-Liga gegen den SCB Future. Unser Nachwuchs heisst «KIZ-Jam» und die Kinder und Jugendlichen spielen bei uns im Bandraum unter dem Amtstrakt. Und anstatt mit Stöcken, Bällen oder Schlägern spielen sie mit Saiten, Tasten und ... äh, doch, mit (Schlagzeug-)Schlägern spielen sie auch. Ich habe den KIZ-Jam im September 2015 begonnen. Als ehemaliger Handballtrainer wusste ich, dass man in die Jugend investieren muss, wenn man in Zukunft eine gut ausgebildete erste Mannschaft haben möchte. Dies gilt auch für die Bandarbeit in einer Kirche. So habe ich mit 5 bis 6 Kindern begonnen. Ohne Auftrittsdruck, lediglich mit dem Ziel, zusammen Musik zu machen und die individuellen Fähigkeiten auf den Instrumenten oder am Mikrofon zu verbessern. Immer wieder konnte ich einige von ihnen in Mitenand- oder Konfbands einsetzen. Der bisherige Höhepunkt ist sicher, dass von den 55 Musiker/innen auf dem «Mitenang»-Album 14 aktuelle oder ehemalige KIZ-Jamler ihr Können beisteuern konnten. Doch wie die Zeit vergeht: Aus den KIZ-Jam-Kindern sind teilweise SurPraise-Jugendliche oder gar schon PlugIN-Erwachsene geworden und es hat wieder Platz im KIZ-Jam. Wenn ihr also musikbegeisterte Kinder zwischen 10 und 15 Jahre alt (besonders talentierte auch ab 9 oder 8 Jahre) bei euch zu Hause oder im Umfeld habt, dann macht ihnen doch den KIZ-Jam schmackhaft. Auch auf der «Mitenang Vol. 2» braucht es wieder gute Musiker/innen.

    Claudio Gagliardi

     

    Musik

    • begeistert uns: Eine schöne Melodie, ein berührendes Lied, ein schlichtes Streichquartett, die unzähligen Klangfarben eines Symphonieorchesters lassen unser Herz höherschlagen.
    • ist unser Beruf: Daniel hat Musikwissenschaft und Horn studiert, Andrea ist derzeit noch im Violinstudium; Musik ist also nicht nur Hobby, sondern ab und zu auch anstrengende Pflicht.
    • ist Teil von Gottes Weg mit uns: Dass wir im Musikstudium gelandet sind, haben wir beide als Gottes Führung erlebt. In Zeiten des Zweifels hat er diesen Weg auf verschiedene Weise bestätigt.
    • verbindet uns: Wir haben uns im Orchester kennengelernt und im Sommer 2019 geheiratet. Seither wohnen wir in Ittigen.
    • ist ein Stressfaktor: Beide haben wir mit Lampenfieber zu kämpfen, dazu kommt: Als Musiker hat man nie genug Zeit zum Üben, schon gar nicht als Eltern eines 8-monatigen Buben.
    • hilft uns, Gott anzubeten: «Wer singt, betet doppelt», sagte Augustinus. Ein Lied auf den Lippen oder im Herzen hilft uns, im Alltag den Blick nach oben zu richten.
    • freut und tröstet, ermutigt und beschwingt: Wobei wir diese Wirkungen nicht der Musik selbst zuschreiben, sondern Gott, der uns dieses wunderbare Geschenk macht und uns immer wieder staunen lässt über seine Schönheit und Liebe, die darin spürbar wird.

    Andrea & Daniel Allenbach

     

    Seit gut 10 Jahren bin ich nun Kirchenmusiker in der reformierten Kirche Ittigen und nach wie vor begeistert von der Gemeinde sowie von den musikalischen Möglichkeiten hier. Ich schätze es sehr, unterschiedliche Musikstile pflegen zu können und bin erfreut, mit so vielen motivierten und begabten Freiwilligen die verschiedensten musikalischen Projekte umsetzen zu dürfen. Immer wieder von Neuem staune ich über die unglaubliche Menge, Vielfalt und Qualität an Fähigkeiten und Gaben, die hier zusammenkommen. Ich möchte an dieser Stelle euch, liebe Musiker/innen, für euer unglaubliches Engagement ganz herzlich danken! Gespannt bin ich auf die künftige Zusammenarbeit mit der Musikschule Unteres Worblental, die noch ganz am Anfang steht und deren Lancierung durch Corona etwas ausgebremst wurde. Dennoch konnten im Kleinen bereits erste Projekte stattfinden. Möglich ist noch viel mehr – es ist schon einiges angedacht. Nicht zuletzt erfüllt mich die qualitativ hochwertige und klangschöne Orgel stets mit grosser Freude.

    Dominik Hennig

     

    Interview mit Martin Jufer, ebenfalls Kirchenmusiker in unserer Kirchgemeinde und unter anderem verantwortlich für die musikalische Gestaltung der Gottesdienste und Konzerte in der Casappella Worblaufen.

    Wie hast du die letzten Monate als Kirchenmusiker erlebt? Herausfordernd und nach neuen Kommunikationswegen suchend, wie die Musik aktuell die Kirchenbesucher ermutigen kann.

    Boten die erschwerten Gottesdienstbedingungen auch Chancen? Instrumentalmusik soll ebenso wie Lieder gesanglich (cantabile) sein und so die Herzen der Hörenden erreichen. Hier legte ich mehr Gewicht darauf.

    Was ist deiner Meinung nach die Hauptaufgabe der Kirche? Die Botschaft Gottes, die wir in seinem Wort, der Bibel, tagtäglich neu entdecken können, zu den Leuten zu bringen und zum Leben nach Gottes Willen, durch seine Liebe geprägt, zu ermutigen und Gemeinschaft zu ermöglichen.

    Welche Wünsche hast du an die Kirchgemeinde Ittigen? Dass sie in ihrer Vielfalt und Offenheit verankert in Gott auf die Menschen eingeht und in kreativer Weise zum Glauben an Gott ermutigt. Dass alle Kirchenmitglieder und die, die es werden möchten, in der Gemeinschaft innerhalb der Kirche und ihren diversen Gefässen Ermutigung erleben.

     

    Mitenang – ein Gemeindeaufbauprojekt. Seit mehreren Jahren gibt es in Ittigen den «Mitenand-Gottesdienst». Die Idee dahinter: Unterschiedliche Gottesdienstarten sowie verschiedene Musikrichtungen – insbesondere herkömmliche Kirchenmusik und Populärmusik – sollen zu einer neuen Einheit verbunden werden. Diese Gottesdienstform und die Kombination der Musikstile wurden in der Gemeinde sehr gut aufgenommen und ermöglichten zahlreiche musikalische Highlights, die aber jeweils mit Ende des Gottesdienstes verklungen waren. Um einige dieser gelungenen Neuinterpretationen festzuhalten, entstand die Idee einer CD-Produktion. Damit begann ein spannender und sehr arbeitsintensiver Prozess. Dominik Hennig und Claudio Gagliardi, zwei unserer Musikverantwortlichen, wählten die Lieder aus und schufen für die 16 Titel geeignete Arrangements. Am 1. Mai 2020 begann die Produktion: Bis in die Nacht hinein wurden alle Orgelparts aufgenommen. Und so ging es weiter: Die Gesangs- und Instrumentalstimmen wurden einzeln aufgenommen und dann ins Ganze eingefügt. Das heisst, bei keinem Lied waren alle Mitwirkenden gemeinsam vor Ort! Alles in allem hört man auf dem Album 55 Musiker/innen im Alter von 10 bis 71 Jahren! Das ist ein grossartiges Projekt des Gemeindeaufbaus, das wohl über die Grenzen unserer Kirchgemeinde hinaus ausstrahlen wird. Denn herkömmliche Kirchenmusik und Populärmusik zu kombinieren, ist in der Kirchenmusikszene ein aktueller Trend. Nur weiss niemand so recht, wie man das machen soll. Das CD-Projekt kann hier wegweisend sein. Informationen finden Sie unter www.churchsounds.ch. Die CD wurde mit einer grafisch sehr ansprechenden Verpackung und Beilage versehen. Sie kann nach dem Gottesdienst bezogen oder über www.refittigen.ch bestellt werden.

    Peter Märki