Vision: nahe dran.

    Vision: nahe dran.

    Nahe am Pulsschlag der Welt und nahe an den Verheissungen des Himmels.

    ER lebt

    Gemeindewochenende 6./7.11.2021

    «Lei­den­schaft»: So lau­tete das Thema des dies­jäh­ri­gen Gemein­de­wo­chen­en­des vom 6./7. Novem­ber in Mont­mi­rail. Gut hun­dert Per­so­nen, jung und erfah­re­ner, konn­ten mit dabei sein. Es war fas­zi­nie­rend und berüh­rend zu erle­ben, wie viele Men­schen mit­ge­wirkt haben und andere an dem, was sie beson­ders inter­es­siert und bewegt, teil­ha­ben lies­sen. Für mich zeigte sich dort ein­mal mehr, wie viel­fäl­tig wir als Gemeinde sind und wie berei­chernd eine sol­che Viel­falt sein kann. Beson­ders in Erin­ne­rung wer­den mir die glück­li­chen Gesich­ter der Men­schen blei­ben, die bei einem Ren­nen auf der Carrera-​Bahn mit­ge­fie­bert haben, von den­je­ni­gen, die beim Seife Ein­fil­zen krea­tiv wer­den konn­ten, von den­je­ni­gen, die den Abend beim Wor­ship ver­bracht hat­ten und von all denen, die sport­lich – sei es auf dem Tram­po­lin oder beim Spikeball-​Spielen – etwas erlebt haben. Lei­den­schaft ist ansteckend!

    Yvonne Szedlàk-​Michel

    Almosen geben

    Kürz­lich wollte ich am Bahn­hof die Park­ge­bühr für mein Auto bezah­len. Ein jun­ger Mann sprach mich an und bat leise um Klein­geld. Das erlebe ich oft! Meis­tens gebe ich das kleine Rück­geld und eile wei­ter. Dies­mal war es anders. Etwas an dem schüch­ter­nen jun­gen Mann (Simon) berührte mich und ich kam mit ihm ins Gespräch. Er schaute mich aus müden Augen an und erzählte von sei­nem schwie­ri­gen Leben: wenig Geld, keine Freunde. Bet­teln und um Hilfe fra­gen sei nicht so ein­fach wie alle Leute glau­ben wür­den. Er habe Hun­ger. Ich war sehr betrof­fen! Ich kaufte ein Getränk und ein Sand­wich und gab ihm ein wenig Geld. Simon schenkte mir ein Lächeln!! Soll man Geld geben oder nicht und wie­viel? Ist es rich­tig oder falsch? Wird es für Dro­gen genutzt? Man hört viele Mei­nun­gen. Für mich war es in die­sem Moment rich­tig. Spä­ter erin­nerte ich mich an einen Satz von Papst Fran­zis­kus, den ich ein­mal gele­sen habe: Almo­sen müs­sen weh­tun! Daran will ich das nächste Mal denken.

    Liz Gerber

    ER warten

    ER fragt

    Isabel Sofia Carreño, 38, spanische Wurzeln, geboren und aufgewachsen in Bern, neue Jugendarbeiterin zu 40% per 1. November

    Als junge Frau war ich in der Hotel­le­rie tätig. Zuneh­mend ent­stand der Wunsch nach einem sozia­len Enga­ge­ment im kirch­li­chen Dienst. Des­halb machte ich eine Aus­bil­dung am TDS Aarau zur Sozi­al­dia­ko­nin und Gemein­de­ani­ma­to­rin und darf jetzt ab Novem­ber 2021 in der refor­mier­ten Kirch­ge­meinde Itti­gen die Anstel­lung als Sozi­al­dia­ko­nin Jugend­ar­beit mit einem zusätz­li­chen Fokus auf Gast­freund­schaft antre­ten. Als Mut­ter lie­gen mir junge Men­schen am Her­zen und ich möchte sie in ihren Fähig­kei­ten för­dern. Als ehe­ma­lige Hotel­fach­frau ist auch die Gast­freund­schaft etwas, das ich pri­vat wie beruf­lich aus­le­ben möchte. Schon Jesus lebte vor, dass der Dienst an der Gesell­schaft bereits dort beginnt, wo man Men­schen ein­la­dend begeg­net und sie freund­lich bewir­tet. Ich freue mich, gemein­sam mit Ihnen, Gast­freund­schaft zu (er)leben und darin Vor­bild für unsere nächste Gene­ra­tion zu werden.

    Nadja Hostettler, 28, neue Jugendarbeiterin zu 60% per 1. Oktober

    Ich erin­nere mich, wie Mar­cel Moser im 2020 anrief und fragte, ob ich nicht nach Itti­gen in die Jugend­ar­beit kom­men möchte. Was zu die­sem Zeit­punkt auf­grund mei­ner Aus­bil­dung noch nicht mög­lich war, ist jetzt Wirk­lich­keit gewor­den. Ich freue mich, nach mei­ner Zeit in Luzern und Thal­wil zurück in Itti­gen, mei­ner Hei­mat, zu sein und künf­tig meine Gaben in die­ser Kirch­ge­meinde ein­brin­gen zu kön­nen. Die ver­gan­ge­nen vier Jahre habe ich an der «Hoch­schule Luzern – Soziale Arbeit» stu­diert und stu­di­en­be­glei­tend in Thal­wil Arbeits­er­fah­rung in der Offe­nen Jugend­ar­beit gesam­melt. Meine Bache­l­or­ar­beit habe ich über Bezie­hungs­ar­beit in der Offe­nen Jugend­ar­beit geschrie­ben. Mit dem Bache­l­or­di­plom und vie­len berei­chern­den Erfah­run­gen im Gepäck freue ich mich auf die neue Her­aus­for­de­rung in Itti­gen. Was mir beson­ders am Her­zen liegt: die jun­gen Men­schen unse­rer Gemeinde in ihrem Auf­wach­sen und Gott-​Kennenlernen zu för­dern, zu unter­stüt­zen und ihnen die Liebe Jesu weiterzugeben.

    Evelyn Schranz aus Köniz, seit August Sekretariatsmitarbeiterin

    Ich bin Eve­lyn Schranz, 43 Jahre alt und wohne in Köniz. Ich habe in den letz­ten 10 Jah­ren vor­wie­gend an Ver­wal­tungs­stel­len der Stadt Bern gear­bei­tet. Im Laufe des letz­ten Jah­res ist bei mir der Wunsch gewach­sen, eine admi­nis­tra­tive Stelle in einem kirch­li­chen oder sozia­len Umfeld aus­üben zu kön­nen. Dabei bin ich im Februar durch einen Hin­weis aus mei­nem Freun­des­kreis auf die Kirch­ge­meinde Itti­gen und die Stelle im Sekre­ta­riat auf­merk­sam gewor­den. Die Beto­nung von Bezie­hung zu Gott und Men­schen sowie das gemein­same Mit­ein­an­der der Gene­ra­tio­nen mit unter­schied­li­chen Sti­len hat mich sehr ange­spro­chen. Ich komme aus einem frei­kirch­li­chen Hin­ter­grund und bin auch was Deno­mi­na­tio­nen angeht, sehr an einem wert­schät­zen­den Mit­ein­an­der inter­es­siert. Nebst mei­ner Freude an der neuen, viel­fäl­ti­gen Tätig­keit freue ich mich darum auch sehr auf die Begeg­nun­gen mit Ihnen und dar­auf – wie es die CD-​Produktion der Kirch­ge­meinde so schön sagt – «mit­enang» unter­wegs zu sein.

    Etienne Chabloz, 50, Ökonom, Zollikofen

    Warum bist Du heute Mor­gen in den Got­tes­dienst gekom­men? Um mich sel­ber auf­zu­er­bauen, Gott zu loben und zu prei­sen und um mit mei­nen Geschwis­tern im Glau­ben Gemein­schaft zu haben.

    Warum gehst Du hier zur Kir­che und nicht woan­ders? Ich fühle mich in der refor­mier­ten Kir­che Itti­gen, wo Jesus Chris­tus im Mit­tel­punkt steht, pudel­wohl und das schon seit Jahren.

    Was ist für dich die wich­tigste Auf­gabe der Kir­che? Die Wort­ver­kün­di­gung. Und gleich als nächs­tes: Die Gemein­schaft unter uns Chris­ten zu stär­ken, was auch die Wir­kung «in die Welt hin­aus» miteinschliesst.

    Und was ist Deine Auf­gabe inner­halb die­ser Kir­che? Meine erste Auf­gabe ist, wie Maria zu den Füs­sen von Jesus zu sit­zen und zuzu­hö­ren und dann zum Teil von Mar­tha über­zu­ge­hen und dort, wo Gott/​Jesus mich führt, einen klei­nen Bei­trag zu leis­ten. Zum Bei­spiel in mei­nem Fall als Ehe­mann, Vater, Freund und auch als Hauskreisleiter.

    Was ist Dein Wunsch an die Kir­che, die Mit­ar­bei­ten­den? Mein gröss­ter Wunsch ist, dass wir eben diese Gemein­schaft, die Liebe unter­ein­an­der auf­recht­er­hal­ten und stär­ken dür­fen und uns anein­an­der freuen. Ich glaube, die aktu­elle Corona-​Situation ist eine grosse Her­aus­for­de­rung, bei­ein­an­der zu blei­ben und ein­an­der zu unter­stüt­zen, auch unter­schied­li­che Mei­nun­gen zu respek­tie­ren und uns nicht in Strei­tig­kei­ten oder Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten zu begeben.

    (Das Inter­view wurde am 11. April 2021 geführt.)

    Martin Jufer ist Kirchenmusiker in unserer Kirchgemeinde und unter anderem verantwortlich für die musikalische Gestaltung der Gottesdienste und Konzerte in der Casappella Worblaufen

    Wie hast du die letz­ten Monate als Kir­chen­mu­si­ker erlebt? Her­aus­for­dernd und nach neuen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­gen suchend, wie die Musik aktu­ell die Kir­chen­be­su­cher ermu­ti­gen kann.

    Boten die erschwer­ten Got­tes­dienst­be­din­gun­gen auch Chan­cen? Instru­men­tal­mu­sik soll ebenso wie Lie­der gesang­lich (can­ta­bile) sein und so die Her­zen der Hören­den errei­chen. Hier legte ich mehr Gewicht darauf.

    Was ist dei­ner Mei­nung nach die Haupt­auf­gabe der Kir­che? Die Bot­schaft Got­tes, die wir in sei­nem Wort, der Bibel, tag­täg­lich neu ent­de­cken kön­nen, zu den Leu­ten zu brin­gen und zum Leben nach Got­tes Wil­len, durch seine Liebe geprägt, zu ermu­ti­gen und Gemein­schaft zu ermöglichen.

    Wel­che Wün­sche hast du an die Kirch­ge­meinde Itti­gen? Dass sie in ihrer Viel­falt und Offen­heit ver­an­kert in Gott auf die Men­schen ein­geht und in krea­ti­ver Weise zum Glau­ben an Gott ermu­tigt. Dass alle Kir­chen­mit­glie­der und die, die es wer­den möch­ten, in der Gemein­schaft inner­halb der Kir­che und ihren diver­sen Gefäs­sen Ermu­ti­gung erleben.

    ER kennen

    Was macht den Sonntag zum Sonntag?

    Ist es das Aus­schla­fen, die Zeit mit Fami­lie und Freun­den, das Aus­bre­chen aus dem durch­ge­tak­te­ten All­tag? Das wohl­ver­diente Nichts­tun nach einer stren­gen Arbeits­wo­che? Oder sind es die Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten, für die sonst die Zeit nie reicht? Wenn ich ehr­lich bin, sind es zu einem gros­sen Teil sol­che Dinge, die mir am Sonn­tag der – ver­meint­li­chen – Erho­lung die­nen. Doch was wäre, wenn der Sonn­tag nicht Pri­vat­sa­che ist, son­dern ein Geschenk Got­tes – ver­bun­den mit der Auf­for­de­rung, die­sen Tag zu hei­li­gen? Das heisst: gemein­sam für Gott, für uns und für unsere Mit­men­schen ein Fest zu fei­ern, uns mit­ein­an­der zu freuen, Gott und ein­an­der zu begeg­nen, Ihn anzu­be­ten, Sein Wort zu hören, zusam­men zu essen und zu trin­ken? Was wäre, wenn in einem sol­chen Got­tes­dienst die wahre Erho­lung grün­det, die wir in der heu­ti­gen dere­gu­lier­ten und indi­vi­dua­li­sier­ten Zeit mehr denn je nötig haben?* Was macht für Sie den Sonn­tag zum Sonntag?

    Daniela Bau­mann, Reporterteam

    *Gedan­ken aus einem Vor­trag des Theo­lo­gie­pro­fes­sors Ralph Kunz am 8. März in Ittigen

    ER löst