Vision: nahe dran.

    Vision: nahe dran.

    Nahe am Pulsschlag der Welt und nahe an den Verheissungen des Himmels.

    ER lebt

    «Aktion Weihnachtspäckli» 2020

    560 Kin­der­päckli und 40 Erwach­se­nen­päckli: Das ist die Bilanz der «Aktion Weih­nachts­päckli» 2020 – dank Unter­stüt­zung durch sehr enga­gierte frei­wil­lige Hel­fe­rin­nen und Hel­fer beim Ver­pa­cken sowie derer, die bereits fer­tige Päckli vor­bei­ge­bracht haben. Wow! Obwohl im Team der Frei­wil­li­gen viele lang­jäh­rige Mit­ar­bei­tende mit dabei waren, gab es im Vor­feld der «Einpack-​Tage» viele Details zu klä­ren: Wer hilft wann mit beim Ein­pa­cken? Wer holt wann wel­ches Mate­rial mit wel­chen Fahr­zeu­gen ab? Wann sol­len die Abhol­dienste der Christ­li­chen Ost­mis­sion auf­ge­bo­ten wer­den? Ist für Pau­sens­nacks für die Frei­wil­li­gen gesorgt, bzw. wer küm­mert sich darum? Und nicht zuletzt: Kön­nen wir die Aktion wegen Corona über­haupt durch­füh­ren und wenn ja, wie sieht das Schutz­kon­zept aus? Diese und viele andere geklärte Detail­fra­gen füg­ten sich schliess­lich zu einem erfolg­rei­chen Gan­zen zusam­men. Vie­len herz­li­chen Dank allen Betei­lig­ten für ihren gross­ar­ti­gen Einsatz!

    Daniel Mör­geli

    Gebetswochen November 2020

    In den ers­ten bei­den Novem­ber­wo­chen war im Kirch­ge­mein­de­haus ein Raum für das Gebet reser­viert. Eine wun­der­schöne Deko­ra­tion und ver­schie­dene Impulse luden dazu ein, dass – im Rah­men der Prayer 24/​7-​Initiative – dort rund um die Uhr gebe­tet wer­den konnte.

    Ein inten­si­ver Arbeits­tag liegt hin­ter mir. Ich freue mich auf die Gemüt­lich­keit mei­ner Woh­nung. – Ach nein, da steht ja noch die Zeit im Gebets­raum an. Fast ver­ges­sen. Müde komme ich an. Mag ich beten? Mag ich spre­chen? Ankom­men, den Raum wahr­neh­men. Mich ermu­ti­gen las­sen durch die Zeich­nun­gen an den Wän­den. Durch die Dank– und Bitt­ge­bete mei­ner Vorgänger/​innen. Ich lege mich auf den Boden. Höre dem Lied «You say» der PlugIN-​Band zu. Den Blick auf das warm beleuch­tete Kreuz. Meine Gedan­ken auf Gott aus­rich­ten. «Du sagst, ich bin stark, wenn ich denke, dass ich schwach bin.» Glau­ben, was ER über mich sagt. SEINE Gegen­wart wahr­neh­men. Auf IHN fokus­sie­ren. IHM den Tag zurück­ge­ben. SEIN Wort lesen. Auf­neh­men. Sein. Sein – in SEI­NER Gegen­wart. Genies­sen. Mein dank­ba­res Herz IHM geben. Zu Kräf­ten kom­men. SEINE Herr­schaft pro­kla­mie­ren. Ver­bun­den sein mit ande­ren Gemein­de­glie­dern. Eine Stunde ist vor­bei, ohne viele Worte. Ermu­tigt – in der Oase des Alltags.

    Gabi Tel­len­bach

    Der Gebets­raum hat für mich des­halb eine grosse Bedeu­tung, weil sich dort hin­ge­ge­bene Her­zen mit Got­tes Herz ver­bin­den, und weil das Feuer vom Geist Got­tes den Boden hei­lig wer­den lässt. Die Atmo­sphäre ver­wan­delt sich in eine des Him­mels. In einem sol­chen Raum wächst der geist­li­che Hun­ger, und die­ser wird von Wun­dern und Befrei­ung beglei­tet! Es ent­steht eine gene­ra­tio­nen­über­grei­fende Gebet­s­ein­heit, die den König aller Könige ehrt und sein König­reich auf die­ser Erde vor­an­treibt. An die­ser Art sich mit dem Him­mel im Glau­ben zu ver­bin­den, kann sich jeder betei­li­gen und geht über welt­li­che Gren­zen hin­aus. Ich liebe es, an einem sol­chen Ort zu beten, weil ich mich da in eine Bewe­gung, die Gros­ses erwar­tet, ein­fü­gen kann. Jonas Loosli

    KUW-Lager 2020

    Zu Beginn unse­res KUW-​Lagers fiel mir eine beson­ders ruhige, eher ver­schlos­sen wir­kende Teil­neh­me­rin auf. Ich hoffte, dass wir Jun­glei­ter einen Draht zu ihr fän­den und sie gut wür­den inte­grie­ren kön­nen. Unsere Grup­pen­dy­na­mik hat schon öfters Wun­der gewirkt, was wohl an der Moti­va­tion und der Ener­gie liegt, die wir alle mit­brin­gen. Wenn wir gemein­sam an einem Pro­jekt arbei­ten, ist immer ein star­ker Zusam­men­halt zu spü­ren, der die Teil­neh­men­den auf eine sehr wert­volle Art anste­cken und im Glau­ben inspi­rie­ren kann. Aber was wir in die­sen Lager­ta­gen erleb­ten, war ohne Zwei­fel etwas ganz Beson­de­res: Wir durf­ten eine wun­der­schöne Ent­wick­lung bei der Teil­neh­me­rin mit­er­le­ben. Sie begann sich immer mehr zu öff­nen und wäh­rend der Klein­grup­pen­zei­ten ihre Gedan­ken mit ein­zu­brin­gen. Sie meinte sogar, sie sei eine völ­lig andere Per­son gewor­den. Wir sind immer noch beein­druckt, wie sehr so eine Woche Leben ver­än­dern kann.

    Nina Arnet

    ... in den Gemeindeferien in Moscia/Ascona:

    die Freude, die mor­gend­li­che Müdig­keit mit einem Schwumm im noch ruhig dalie­gen­den See zu über­win­den. Die Freude, die Spät­som­mer­sonne auf sich schei­nen und den Gewit­ter­re­gen auf sich nie­der­pras­seln zu las­sen. Die Freude, Men­schen zu begeg­nen, gemein­sam Kaf­fee zu trin­ken und über Fra­gen, die das Leben stellt, zu dis­ku­tie­ren. Die Freude, ein Klein­kind in den Armen zu hal­ten, ein schon etwas grös­se­res Kind bei sei­nen Ent­de­ckun­gen zu beob­ach­ten und im Kreis der­je­ni­gen, die eigent­lich keine Kin­der mehr sind, neue Spiele ken­nen­zu­ler­nen und wie­der ein­mal herz­haft «her­um­zu­scher­zen». Es gäbe wahr­lich unzäh­lige Gründe zur Freude zu nen­nen. Nur noch soviel dazu: Freude ist meine Ant­wort auf mein Beschenkt­sein. Beschenkt von einem Gott, der alles geschaf­fen hat, woran ich mich freuen kann. Beschenkt von einem Gott, der mich mit mei­nen Unzu­läng­lich­kei­ten und mei­nem Ver­sa­gen annimmt, weil er in Jesus Chris­tus den Preis dafür bereits bezahlt hat. Daniela Baumann

    Lockdown!

    Wäh­rend mein Mit­stu­dent dau­ernd von bestimmt bal­di­ger Schlies­sung eini­ger Vor­le­sun­gen sprach, lachte ich nur dar­über. Als dann aber genau das und noch mehr ein­traf, lachte ich nicht mehr. Ich bekam grosse Angst vor der Struk­tur­lo­sig­keit, die mich erwar­tete. Wäh­rend mir schon Hor­ror­sze­na­rien im Kopf her­um­schweb­ten von Prü­fun­gen, die ich nicht bestehe, und Aus­gangs­sper­ren, kam mir die­ser Bibel­vers in den Sinn: «Sorgt euch also nicht um mor­gen; denn der mor­gige Tag wird für sich selbst sor­gen. Jeder Tag hat genug eigene Plage» (Mt 6,34). Die­ser Vers hat mich in den letz­ten Wochen beglei­tet. Ich ver­su­che, jeden Tag so zu neh­men, wie er ist und mache das beste dar­aus. Bei der Arbeit schätze ich es, mehr Zeit zu haben für die Vor­be­rei­tung der KIWO, pri­vat habe ich das Gefühl, Freund­schaf­ten wer­den inten­si­ver gepflegt, das Distance-​Learning im Stu­dium funk­tio­niert bes­ser als erwar­tet und die Ent­schleu­ni­gung, die durch das Weg­fal­len vie­ler Akti­vi­tä­ten geschieht, ist spürbar.

    Tahani Assad, Kin­der– und Jugendarbeit

    ER warten

    ER fragt

    Luca Uloth, 18, ist technisch begabt und ermöglicht in unserer Kirchgemeinde seit einigen Monaten die Livestream-Produktion von SurPraise- und PlugIN-Gottesdiensten

    Warum enga­gierst du dich bei tech­ni­schen Auf­ga­ben in unse­rer Kirch­ge­meinde? Schon seit ich klein bin, begeis­tern mich tech­ni­sche Auf­ga­ben in ver­schie­de­nen Berei­chen. Mit­ar­beit ist für mich Teil mei­nes Diens­tes an Gott, abge­lei­tet aus dem Begriff «Gottesdienst».

    Warum ist es sinn­voll, Livestream-​Angebote zu haben? Es ist für mich wich­tig, dass auch in Pandemie-​Zeiten etwas von der Liebe und Hoff­nung des Chris­ten­tums in die Wohn­zim­mer der Kirch­gän­ger gebracht wird. Ein Livestream ist dabei eine der per­sön­lichs­ten Varianten.

    Was ist nach dei­ner Mei­nung die wich­tigste Auf­gabe der Kir­che? Kir­che soll ein Ort sein, wo Gemein­schaft und Nächs­ten­liebe gelebt wer­den darf (vgl. Mat­thäus 18,20).

    Was ist dein Wunsch an die Kir­che Itti­gen oder an ihre Mit­ar­bei­ten­den? Aus der aktu­el­len Situa­tion das Beste machen, egal wie es im Moment und in der nahen Zukunft aus­sieht, und den Blick immer auf Jesus richten.

    Caroline Uloth, 46, Bolligen, Physiotherapeutin und Feldenkraislehrerin

    Warum besuchst du die Abend­an­dach­ten? Ich sehne mich danach, Got­tes­dienst in Gemein­schaft zu fei­ern. Ich könnte ja digi­tal etwas her­un­ter­la­den, aber die Abend­an­dach­ten sind eine schöne Mög­lich­keit, in die Kir­che zu kom­men und Gemein­schaft zu haben.

    Warum gehst du hier zur Kir­che und nicht woan­ders? Die Itti­ger Kir­che ist für mich schon als Teen­ager zu einer Hei­mat gewor­den. Wegen die­ser Hei­mat komme ich hier­her. Natür­lich ist diese Hei­mat gefüllt mit Inhal­ten, die mich abholen.

    Was ist nach dei­ner Mei­nung die wich­tigste Auf­gabe der Kir­che? Got­tes Wort aus­zu­le­gen und For­men zu fin­den, mög­lichst viele Men­schen damit zu errei­chen. Und ein Ort zu sein, wo jeder Mensch will­kom­men ist, so wie er ist.

    Und was ist deine Auf­gabe inner­halb die­ser Kir­che? Ich möchte ein akti­ves Gemein­de­glied sein und meine Gaben dort ein­set­zen, wo es sich ergibt.

    Was ist dein Wunsch an die Kir­che Itti­gen oder an ihre Mit­ar­bei­ten­den? Dass die Kir­che sich sel­ber treu bleibt und nicht dem Main­stream nach­geht, son­dern wirk­lich Kir­che lebt, so wie sie es für sich sel­ber versteht.

    Felix Reutimann, 69, Ittigen, Kirchgemeinderat, Ressort Diakonie und Mission bis 31.12.2020

    Warum hast du dich in die­ser Kirch­ge­meinde enga­giert? Im Jahre 2003 fragte mich Chris­toph Stück­lin für die Mit­ar­beit im Kirch­ge­mein­de­rat der refor­mier­ten Kir­che Itti­gen an. Seit 2004 durfte ich mitarbeiten.

    Was war dir beson­ders wich­tig in dei­ner Auf­gabe? Ich hatte Freude an der Arbeit im Kirch­ge­mein­de­rat und lei­tete das Res­sort Dia­ko­nie und Mis­sion. Wir durf­ten ver­schie­dene Aussendienstmitarbeiter/​-​innen unter­stüt­zen, im Gebet und finan­zi­ell. Wir konn­ten auch ver­schie­de­nen Wer­ken im In– und Aus­land mit Geld­gaben aus­hel­fen. Sehr gut erin­nere ich mich auch an die gemein­sa­men Gebete und das auf Gott Hören, als ein Neu­bau des lang­jäh­ri­gen «Pro­fi­du­ri­ums» in Wor­blau­fen anstand. Ich freue mich noch heute am gelun­ge­nen Pro­jekt «Casap­pella». 2009 wurde es fei­er­lich eröff­net. 2008 wurde ich wie­derum ange­fragt für die Mit­ar­beit in der öku­me­ni­schen Betriebs­kom­mis­sion (BK). Ich freute mich an der Arbeit und durfte einige Jahre auch als Prä­si­dent der BK die­nen. Ich hoffe doch, hie und da für den Frie­den in Kir­che und Öku­mene ein­ge­tre­ten zu sein.

    Was hat dir die Kir­che in den ver­gan­ge­nen Jah­ren gege­ben? Die Kir­che hat mir Hei­mat gege­ben. Ich durfte viele gute Bezie­hun­gen knüp­fen und Gebor­gen­heit erfah­ren. Viele schöne Got­tes­dienste und Arbeits­grup­pen haben mir die Augen geöff­net für Got­tes Liebe zu uns Men­schen. Auch in schwie­ri­gen Zei­ten durfte ich Hilfe und Hei­lung erfahren.

    Was ist in dei­nen Augen die Auf­gabe der Kir­che? Auf­gabe der Kir­che ist es, die gute Bot­schaft von der Liebe Jesu zu leben und den Men­schen wei­ter­zu­ge­ben. Deine Wün­sche an die Kir­che Itti­gen? Ich wün­sche unse­rer Kir­che, dass unsere Augen geöff­net wer­den für die Nöte unse­rer Nächs­ten, dass wir Licht brin­gen in unsere Gemeinde und unsere Umwelt. So ler­nen wir zu spü­ren, wie das Reich Got­tes wächst um uns herum. Der Friede Got­tes möge unsere Arbeit in all unse­ren Her­aus­for­de­run­gen beglei­ten. «Glück­lich sind, die Frie­den stif­ten, denn Gott wird sie seine Kin­der nen­nen» (Hoff­nung für Alle; Mat­thäus 5,9).

    Bernd Nordieker, 56, neu in Münchenbuchsee, Kirchgemeinderat, Ressort Liegenschaften bis 20.12.2020

    Warum hast du dich in die­ser Kirch­ge­meinde enga­giert? Neben der Fami­lie war Kir­che und Kirch­ge­meinde seit frü­hes­ter Kind­heit mein nächs­ter Bezugs­kreis – ich kenne es also gar nicht anders, als dass man aktiv am Gemein­de­le­ben betei­ligt ist und sich im Rah­men sei­ner Mög­lich­kei­ten engagiert.

    Was war dir beson­ders wich­tig in dei­ner Auf­gabe? Bei den Lie­gen­schaf­ten geht es meis­tens um ver­schie­denste Wün­sche, die an die Räum­lich­kei­ten gestellt wer­den. Häu­fig resul­tie­ren dann grös­sere Sum­men bei der Umset­zung. Ich habe immer ver­sucht, den Nut­zen, die Kos­ten und die Lang­le­big­keit der Inves­ti­tio­nen mög­lichst gut in Ein­klang zu bringen.

    Was hat dir die Kir­che in den ver­gan­ge­nen Jah­ren gege­ben? Eine ganze Menge Arbeit. Nein, im Ernst – ich habe viel Zuspruch, Ermu­ti­gung und Bestä­ti­gung erfah­ren. Dazu kom­men viele Begeg­nun­gen mit Men­schen aus der Kirch­ge­meinde wie auch dar­über hin­aus. Das alles in einem Tätig­keits­feld, in dem ich meine prak­ti­schen Fähig­kei­ten mit ein­brin­gen durfte – darf man sich mehr wünschen?

    Was ist in dei­nen Augen die Auf­gabe der Kir­che? Offen und weit­her­zig zu sein für die Ent­wick­lun­gen in Gesell­schaft, Wirt­schaft und Poli­tik. Nur so kann in mei­nen Augen die Kir­che die rele­van­ten Fra­gen mög­lichst vie­ler Men­schen auf­neh­men. Ich sehe Kir­che nicht aus­schliess­lich als Wohl­fühl­pro­gramm für die, die bereits dabei sind, son­dern als viel­fäl­tig, bunt, zeit­ge­mäss und lebens­nah. Ein öku­me­ni­sches Dach, unter dem vie­les Platz hat, wel­ches aber immer auf dem Fun­da­ment Jesus Chris­tus steht.

    Deine Wün­sche an die Kir­che Itti­gen? Ich wün­sche der Kirch­ge­meinde Itti­gen einen ste­ti­gen, kon­struk­ti­ven Wan­del im Sinne des oben Gesag­ten. Dar­über hin­aus ist es aus mei­ner Sicht von jeman­dem, der nicht mehr in der Gemeinde lebt, kaum ange­bracht, kon­krete Wün­sche zu äus­sern. Die­je­ni­gen, die sich wei­ter­hin und zukünf­tig enga­gie­ren, wer­den das sicher­lich sehr gut machen.

    Dominique Baumann, an der kommenden Kirchgemeindeversammlung zur Wahl vorgeschlagener Pfarrer

    Mein Name ist Domi­ni­que Bau­mann, ich bin 49 Jahre alt, ver­hei­ra­tet mit Corinna und Vater von Anna Lena. Auf­ge­wach­sen bin ich in Basel und seit 20 Jah­ren tätig als Pfar­rer im Aar­gau. Die letz­ten zwölf Jahre ver­brach­ten wir in Oftrin­gen, in einer leben­di­gen Kirch­ge­meinde. Von Natur aus bin ich eher der sport­li­che und mathe­ma­ti­sche Typ. Gleich­zei­tig habe ich schon als Kind «gewusst», dass Kir­che etwas Leben­di­ges und Ech­tes sein sollte, obwohl mir das nie­mand direkt ver­mit­telte. Als ich spä­ter zum per­sön­li­chen Glau­ben an Jesus Chris­tus kam, wurde mir klar, dass bei­des von ihm aus­geht. Ich liebe es zu erfah­ren, wie andere Men­schen das Leben anpa­cken, beson­ders auf Rei­sen. Als ich ein Jahr lang in Jeru­sa­lem Archäo­lo­gie stu­dierte, traf man mich eher bei den Bedui­nen an, als beim Umdre­hen von Stei­nen … Kir­che sein heisst für mich: Men­schen unter­stüt­zen ein­an­der, ihre Bezie­hung zu Gott zu fin­den und zu leben. Das habe ich in Itti­gen so wahr­ge­nom­men. Ich freue mich auf Sie!

    Mario Liniger, 26, Bern, angehender Gymnasiallehrer

    Warum bist du heute Abend hier in Wor­blau­fen zum Got­tes­dienst gekom­men? Die Got­tes­dienst­zeit am Sonn­tag­abend und die Form der Feier spre­chen mich sehr an: lit­ur­gisch, alt und modern gemischt, starke Pre­digt und gute Musik. Ich fühle mich hier wohl und komme des­halb gerne aus Bern hierher.

    Was ist dei­ner Mei­nung nach die wich­tigste Auf­gabe der Kir­che? Sie soll den Kir­chen­mit­glie­dern die Frohe Bot­schaft mit­ge­ben und zei­gen, wer Jesus und wer Gott ist. Gleich­zei­tig hat sie seel­sor­ger­li­che Auf­ga­ben und kann dasein, wenn man sie braucht.

    Was ist deine Auf­gabe inner­halb die­ser Kir­che, damit sie z. B. ihre Auf­gabe erfül­len kann? Ich arbeite als KUW-​Mitarbeiter in der Kirch­ge­meinde Moos­see­dorf. Weil ich sehr gut mit Jun­gen umge­hen kann, nehme ich sol­che Auf­ga­ben bereits wahr und möchte das auch wei­ter­hin tun. Und ich sehe meine Auf­gabe auch darin, dass ich immer wie­der komme und ande­ren Men­schen davon erzähle oder sie auch mal mit­nehme und meine Zuge­hö­rig­keit zur Kir­che immer wie­der zeige.

    Was ist dein Wunsch an die Kir­che Itti­gen oder an ihre Mit­ar­bei­ten­den? Macht wei­ter so!

    (Auf­ge­zeich­net im Februar 2020)

    Rebecca Loosli, 26, Wabern, Primarlehrerin

    Rebecca Loosli arbei­tet als Pri­mar­leh­re­rin, macht am IGW ein CAS und ist gerne draus­sen mit Men­schen unter­wegs. Das Inter­view wurde nach dem Abend­got­tes­dienst in der Casap­pella vom 23. Februar 2020 aufgezeichnet.

    Warum bist du heute Abend zum Got­tes­dienst gekom­men? Ich finde es wert­voll, einen ruhi­gen und besinn­li­chen Start in die Woche zu haben und die ver­gan­gene Woche auch so abschlies­sen zu können.

    Warum kommst du jeweils nach Wor­blau­fen zum Got­tes­dienst? Ich schätze das Schlichte und Besinn­li­che der Got­tes­dienste in Wor­blau­fen sehr und auch den etwas klei­ne­ren Rah­men. Auch der lan­des­kirch­li­che Aspekt ent­spricht mir.

    Was ist dei­ner Mei­nung nach die wich­tigste Auf­gabe der Kir­che? Die Kir­che soll das leben, wozu Jesus uns beauf­tragt hat, so wie er selbst gelebt hat. Aber nicht in einer auf­dring­li­chen Art nach dem Motto «Wir wis­sen es», son­dern so wie Jesus es gelebt hat: men­schen­freund­lich. Sie soll Auf­ga­ben wahr­neh­men, die in unse­rer heu­ti­gen Gesell­schaft wich­tig sind und in die Gesell­schaft hineinwirken.

    Was ist deine Auf­gabe inner­halb die­ser Kir­che, damit sie z. B. ihre Auf­gabe erfül­len kann? Das ver­su­che ich zwi­schen­durch immer mal wie­der raus­zu­fin­den (schmun­zelt) … aber in letz­ter Zeit finde ich da immer mehr.

    Was ist dein Wunsch an die Kir­che oder an ihre Mit­ar­bei­ten­den? Es darf noch stär­ker all­tags­be­zo­gen sein, noch mehr Aus­wir­kung in mei­nen All­tag haben. Es soll Ver­än­de­rung in mir und in mei­nem Umfeld schaf­fen. Kir­che soll nicht nur «in der Kir­che» sein.

    Hans «Housi» Jeker, 75, Ittigen

    Warum bist du heute Abend (23. Februar) zum Got­tes­dienst gekom­men? Nach einer etwas auf­re­gen­den Woche hatte ich das Bedürf­nis, mich wie­der ein­mal dar­auf zu besin­nen, was rich­tig und wich­tig ist.

    Warum kommst du jeweils nach Wor­blau­fen zum Got­tes­dienst? Wor­blau­fen gehört zu Itti­gen und ich bin ein alt­ein­ge­ses­se­ner Itti­ger; des­halb ist klar, dass ich hier­her komme. Aus­ser­dem bin ich sehr zufrie­den mit den Pfarrleuten.

    Was ist dei­ner Mei­nung nach die wich­tigste Auf­gabe der Kir­che? Den Men­schen das Wesent­lichste aus der Bibel bei­brin­gen. Aus mei­ner Sicht ist das immer noch «Ich bin die Wahr­heit und das Leben … wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt». Das haben wir auch heute im Got­tes­dienst gehört. Das ist aus mei­ner Sicht das Zen­trale im Christentum.

    Was ist deine Auf­gabe inner­halb die­ser Kir­che? Wir haben bei der 60plus-​Adventsfeier einen klei­nen Lie­der­bei­trag gebracht … ansons­ten habe ich nicht viel beige­tra­gen, aus­ser der Kol­lekte (schmunzelt).

    Was ist dein Wunsch an die Kir­che oder an ihre Mit­ar­bei­ten­den? Ich bin mit der Kirch­ge­meinde Itti­gen sehr zufrie­den. Ich wäre froh, wenn es so blei­ben würde. Die grosse Zahl der Kir­chen­be­su­cher in Itti­gen erstaunt mich. Das finde ich schön. Ich hoffe, das bleibt so und nimmt noch zu.

    Nebiyu Ephrem, 42, Industriesattler und Chauffeur, Ittigen

    Warum bist Du heute in den Got­tes­dienst gekom­men? Der Hei­lige Geist hat mich hier­her­ge­schickt. Ich bete täg­lich zwei Stun­den, und letzte Woche hat Gott zwei Mal deut­lich zu mir gesagt, dass ich diese Kir­che besu­chen soll. Jesus hat gesagt, dass man nicht nur alleine, son­dern auch mit sei­nen Brü­dern und Schwes­tern beten soll (Mat­thäus 26,3646 und Johan­nes 10,27). Als ich dann heute hier war, hat mein Herz rich­tig geklopft!

    Was ist in Dei­nen Augen die Auf­gabe der Kir­che? Die Kir­che hat die Auf­gabe, das Wort Got­tes zu ver­kün­di­gen und den Men­schen die Augen für das Wir­ken des Hei­li­gen Geis­tes zu öffnen.

    Siehst Du für Dich eine Auf­gabe inner­halb die­ser Kir­che? Ich möchte gerne meine Kräfte der Kir­che zur Ver­fü­gung stel­len, indem ich ganz prak­tisch dort anpa­cke, wo es not­wen­dig ist – bei­spiels­weise put­zen, Hand­werks­ar­bei­ten etc.

    Hast Du Wün­sche an die Kir­che Itti­gen? Dass sie dem Hei­li­gen Geist noch mehr Raum gibt, damit er seine Kraft ent­fal­ten kann wie in Apos­tel­ge­schichte 1,8.

    Anmer­kung der Redak­tion: Nebiyu Ephrem kommt aus einer äthiopisch-​eritreischen Fami­lie und ist vor 7 Jah­ren in die Schweiz geflüch­tet. Hier hat er seine eri­trei­sche Frau ken­nen gelernt. Er hat zwei Töch­ter (1 und 4). Ephrem gebraucht sei­nen Nach­na­men als Vor­na­men. Er spricht nicht sehr gut Deutsch; das Inter­view gibt sinn­ge­mäss seine Ant­wor­ten wider. Ephrem will unbe­dingt bes­ser Deutsch ler­nen. «Ich bete zu Gott, bitte öffne mei­nen Kopf, dass ich bes­ser Deutsch lerne.»

    ER kennen

    Was macht den Sonntag zum Sonntag?

    Ist es das Aus­schla­fen, die Zeit mit Fami­lie und Freun­den, das Aus­bre­chen aus dem durch­ge­tak­te­ten All­tag? Das wohl­ver­diente Nichts­tun nach einer stren­gen Arbeits­wo­che? Oder sind es die Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten, für die sonst die Zeit nie reicht? Wenn ich ehr­lich bin, sind es zu einem gros­sen Teil sol­che Dinge, die mir am Sonn­tag der – ver­meint­li­chen – Erho­lung die­nen. Doch was wäre, wenn der Sonn­tag nicht Pri­vat­sa­che ist, son­dern ein Geschenk Got­tes – ver­bun­den mit der Auf­for­de­rung, die­sen Tag zu hei­li­gen? Das heisst: gemein­sam für Gott, für uns und für unsere Mit­men­schen ein Fest zu fei­ern, uns mit­ein­an­der zu freuen, Gott und ein­an­der zu begeg­nen, Ihn anzu­be­ten, Sein Wort zu hören, zusam­men zu essen und zu trin­ken? Was wäre, wenn in einem sol­chen Got­tes­dienst die wahre Erho­lung grün­det, die wir in der heu­ti­gen dere­gu­lier­ten und indi­vi­dua­li­sier­ten Zeit mehr denn je nötig haben?* Was macht für Sie den Sonn­tag zum Sonntag?

    Daniela Bau­mann, Reporterteam

    *Gedan­ken aus einem Vor­trag des Theo­lo­gie­pro­fes­sors Ralph Kunz am 8. März in Ittigen

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