Ist die Kirche noch relevant?

 

Diese Frage stellt sich spätestens angesichts der vielen Kirchenaustritte in den letzten Jahren. Braucht es die Kirche noch? Und wenn ja, wozu?

 

Die Kirchengebäude mögen schön sein und den einen oder anderen gefallen (auch wenn da Ittigen nicht gerade an vorderster Front ist), doch um Inhalte geht es den wenigsten. Das Glockengeläut am Sonntagmorgen würde eine grosse Mehrheit nicht vermissen. Musik ist schön, aber die gibt es nicht nur in der Kirche. Predigten und spannende Themen sind zuhauf im Internet oder in Büchern zu finden. Und auch wenn so manches Lager oder manche Ferienwoche einen legendären Ruf hat, steht und fällt auch dieser Punkt vermutlich nicht mit dem Label der Kirche. Vieles, was die Kirche zu bieten hat, gibt es auch andernorts oder ist nicht mehr so gefragt wie auch schon.

 

Da stellt sich die Frage: Wollen wir denn relevant sein? Muss die Kirche dieses Kriterium erfüllen? Ich würde sagen, die Kirche muss vielmehr dienlich als relevant sein, mehr hilfreich als auffällig und mehr stützend als interessant. Verstehen Sie mich nicht falsch, sie darf das alles auch sein, aber nicht an erster Stelle. Denn wenn sie dienlich ist, so wird sie relevant, wenn sie hilfreich ist, so fällt sie auf und wenn sie stützend ist, wird sie interessant.

 

Sollten wir nicht vielmehr fragen, was die Menschen zu bieten haben, anstatt, was die Kirche zu bieten hat? An Freude und Leid, Schönem und Schwierigem, Höhen und Tiefen. An Orten und Momenten, wo die Kirche mitfreuen, mitleiden, dienen, helfen und stützen kann. Solange die Kirche (und damit meine ich uns alle) das tut, blüht sie weiter auf. Da kann Kirche ganz im Kleinen beginnen, beim Einzelnen, beim Gegenüber oder bei Ihnen selbst.

 

Josua Zurbuchen, Jugendarbeiter und Theologiestudent