Geniessen ...


... mit gutem Gewissen

 

Endlich war es wieder einmal so weit: Der Babysitter war organisiert und ich konnte mit meiner Frau gut essen gehen. Ein entspanntes Ambiente, ein herrliches Menu mit einem Glas Wein und keine Unterbrechung durch unser Kind oder das Handy. Ich konnte es so richtig geniessen. Später meldeten sich in mir jedoch unbequeme Stimmen: Ist es nicht falsch, einen schönen Abend zu geniessen, während unzählige Menschen unter schrecklichen Bedingungen leben müssen? Oder ist es bei all dem Leid viel eher falsch, das Gute, das man hat, nicht zu geniessen? Hat mir als Christ der Glaube dazu etwas zu sagen?

 

So einfach ist diese Frage gar nicht. Da gibt es Gruppen von Christinnen und Christen, bei denen Genuss verpönt ist. Sie versuchen, möglichst genügsam zu leben und den Armen zu spenden. Andere Gruppen verstehen ihren Reichtum als Segen Gottes und geniessen ihn ausgiebig.

 

Fakt ist: Liest man die Bibel, findet man sowohl das eine als auch das andere. Doch im Zentrum des christlichen Glaubens steht kein Buch, sondern eine Person: Jesus. Bezeugt als jemand ohne viel Besitz und doch auch als jemand, dem das «Saufen und Fressen» nachgesagt wurde. Hat Jesus genossen? Sicherlich. Doch wichtiger als das Geniessen war ihm, dass Menschen Liebe und Gemeinschaft erfahren. Dafür hat er selbst Leiden in Kauf genommen. Die Frage ist also weniger, ob, sondern wie Christinnen und Christen geniessen können. Wo führt unser Genuss hin? Führt er zu einer «Abkehr von der Welt» im Sinne eines egoistischen Geniessens, das uns zuerst ignorieren und dann vergessen lässt, was in der Welt sonst noch geschieht? Oder führt Genuss zu einer «Hinwendung zur Welt», indem wir Menschen aus Dankbarkeit beschenken, weil wir wissen, dass viele nichts zu geniessen haben?

 

Christlicher Genuss, so denke ich, ist ein Ausdruck der Liebe zu uns selbst. Doch diese Liebe soll nie im Selbst verharren, sondern weiter zu unseren Mitmenschen gelangen.

 

Timon Wasem


… auf dem Entdeckerweg

 

Der Entdeckerweg feiert in den nächsten Wochen bereits sein einjähriges Jubiläum. Was haben die Verantwortlichen im Unterwegssein mit den Kindern und Jugendlichen besonders genossen?

 

Entdeckerweg Basis- und Mittelstufe

Wir haben in diesem Jahr unzählige schöne und spannende Begegnungen mit Kindern und ihren Bezugspersonen gehabt, Beziehungen durften aufgebaut werden. 

Wir haben Geschichten erzählt, Theater gespielt, gelacht, diskutiert und gebastelt. Nach meinem Empfinden waren es durchgehend gute Anlässe. Die Kinder waren bereit, sich auf Diskussionen über Gott, seine Liebe zu uns und unserer Welt einzulassen. Sie waren grossartige Gesprächspartner, die mich mit ihrem Tiefgang immer wieder beeindruckten.

Franziska Campbell

 

Entdeckerweg Outdoor

Am 19. Oktober machten wir uns bereits um 4.15 Uhr mit den Autos von Ittigen aus auf den Weg. Unser Ziel war es, den Sonnenaufgang auf dem Gantrisch zu erleben. Beim Parkplatz unterhalb vom Gantrisch angekommen, starteten wir, ausgerüstet mit Taschenlampen, unsere Wanderung durch die Dunkelheit.

Der Weg auf den Gipfel verlangte Ausdauer und auch etwas Mut. Die Jugendlichen meisterten diese Herausforderung jedoch grossartig. Umso schöner war es, als wir schliesslich alle oben ankamen, ein Feuer machten und beim gemeinsamen Morgenessen den Sonnenaufgang und die Aussicht geniessen konnten.

Es ist schön, mit den Jugendlichen auf dem Outdoor-Entdeckerweg unterwegs zu sein und gemeinsam Gottes wunderbare Schöpfung zu erleben.

Amiel Schwabe

 

Entdeckerweg Konfunterricht

Mit 17 jungen Menschen durch das Konfirmationsjahr unterwegs zu sein, begeistert mich immer wieder aufs Neue. Ich geniesse nicht nur die spannenden Gespräche im Unterricht, sondern besonders auch die vielen kleinen Begegnungen, in denen ich die Konfirmandinnen und Konfirmanden besser kennenlernen darf.

Ob bei einem Konfbesuch oder bei der Vorbereitung des Konfirmationsgottesdienstes – immer wieder begegne ich wunderbaren jungen Menschen mit Träumen und Begabungen, die mutig und hoffnungsvoll ihren eigenen Weg gehen. Ich geniesse es sehr, sie als Konf-Pfarrerin ein Stück auf diesem Weg begleiten zu dürfen.

Yvonne Szedlák-Michel


… im Kinderlager

 

Unser Kinderlager rückt näher und einige Leitende sowie ein paar Kinder haben uns verraten, was sie jeweils im KILA besonders geniessen. Die Antworten sind so vielseitig wie das Lager selbst.

Da gibt es pathetisch klingende Stimmen, die von der Harmonie zwischen den schönen Hügeln des Mont Dedos oder den fast schon heimatlichen Gefühlen berichten, welche bei der Ankunft hochkommen. Da wird Soziales, wie die vertraute und friedliche Gemeinschaft oder die gute und fröhliche Stimmung erwähnt. Da werden abwechslungsreiche Aktivitäten genannt, wie das Geländespiel, der Abend der Rekorde, der Abschlussabend oder das freie Spielen in den verschiedensten Variationen. Das engagierte Jungleiter-Team wird sowohl von den Kindern als auch von den Leitenden geschätzt und das tägliche Theater zur Geschichte gilt allgemein als ein Highlight und bleibt vielen in Erinnerung. Und nicht zuletzt werden die klaren geistlichen Impulse und der Kinderlobpreis geschätzt. 

 

Tobias Weyrich


… in den Ferien 65plus

 

Auch hier nennen Teilnehmende und Leitende verschiedenste Genussmomente:

 

«Ich finde dieses Angebot grossartig. Die Verantwortlichen bereiten die Ferien jedes Mal hervorragend vor und sorgen dafür, dass es jedem Gast von Anfang an gut geht. Eine neue Gegend zu sehen und Menschen, die man nur flüchtig kennt, im Gespräch zum aktuellen Ferienthema zu erleben, ist sehr spannend.»

 

«An den 65plus-Ferienwochen schätze ich vor allem die Gemeinschaft, sei es beim Essen, Spielen, Lachen, auf den Ausflügen oder bei den Andachten. Eine Bereicherung ist auch das Vorlesen berndeutscher Geschichten. Dem ganzen fürsorglichen und flexiblen Team bin ich stets dankbar.»

 

«Es ist sehr schön, eine ganze Woche in Gemeinschaft mit den Teilnehmenden zu verbringen und viel Schönes zu erleben. Ich geniesse es, glückliche Gesichter zu sehen, Menschen lachen zu hören, Gesprächen zuzuhören und den Glauben zu teilen.»

«Ich muss nicht einkaufen oder kochen, kann mich zum Frühstück und Abendessen einfach hinsetzen und geniessen. Mir werden schöne, traurige, interessante Lebensgeschichten anvertraut. Ich erfreue mich über alle lebensbejahenden, liebenswürdigen, dankbaren Senioren.»


… in Südkorea: überwältigende Gastfreundschaft

 

Schon vor der kürzlichen Koreareise war klar gewesen, dass sie besonders werden würde. Unsere Tochter Jasmin lebt und arbeitet seit einigen Jahren in einer christlichen Kirche in Busan. Die Leute lieben sie und wir waren 2023 schon mal da gewesen.

 

Dennoch war absolut überwältigend, mit welcher Herzlichkeit unsere siebenköpfige Gruppe aus Ittigen empfangen wurde. Alle wurden wie Familienmitglieder oder gar Ehrengäste behandelt und beschenkt. Sei es bei Gottesdiensten, in denen wir vorgestellt und gefeiert wurden. Oder bei diversen Ausflügen zu Land und zu Wasser. Oder bei all den Besuchen von Leuten und den gemeinsamen Essen.

Bei all dem sind es die vielen Begegnungen und Gespräche, die uns am meisten freuten und in Erinnerung bleiben. Sie haben das grosse Herz der Menschen in Korea erleben lassen. Und wir können nur hoffen, beim nächsten Besuch von Leuten in Ittigen dieselbe Gastfreundschaft auch bei uns unter Beweis stellen zu können!

 

Bernhard Zaugg